
Die Jagd auf Jährlinge und Schmalrehe stellen den Höhepunkt des Monats dar. Somit ist sie mit Bedacht und Planung auszuführen. In den Monaten zuvor empfiehlt es sich, den Bestand zu beobachten, um den Abschuss zu planen. Zum einen wirken sich hohe Wilddichten im Revier negativ auf die gesamte Population aus, zum anderen sollten Sie aber einen Grundstock gesunder, starker Böcke zur Fortpflanzung im Revier erhalten.
Der Gesundheitszustand und das Alter eines Bockes lassen sich anhand mehrerer Faktoren bestimmen. Eine Orientierungshilfe ist das Gehörn. Böcke, die bis Anfang Mai noch nicht gefegt haben, sind in die Kategorie Jährlinge einzuordnen. Bezüglich des Haarkleides gilt die Faustregel "Jugend färbt zuerst, Alter fegt zuerst". Dementsprechend wechseln jüngere Stücke ihre Winterdecke früher (etwa im Mai), während ältere Tiere erst im Juni in der vollen Sommerdecke sind. Auch kranke oder abgekommene Stücke können anhand der Färbung identifiziert werden. Sie verfärben oftmals langsam und sehr schlecht.
Generell erkennen Sie Jährlinge an der etwas schlaksigen Statur durch die langen Läufe und den schlanken, dunklen Kopf. Die Verhaltensstrukturen sind ein weiteres Erkennungszeichen. Während ältere Tiere bei geringen Geräuschen oder Bewegungen die Flucht ergreifen, verweilen junge Böcke verhältnismäßig lange auf freier Flur bevor sie Deckung suchen.
Um gute Jagderfolge zu erzielen, sollten Sie zunächst alle Ansitze auf Tauglichkeit und Sicherheit überprüfen. Morsche und brüchige Hochsitze müssen dringend abgerissen und ersetzt oder repariert werden.
Die Pirschwege zur Pirschjagd sollten Sie intakt bringen.
Ist es über die Wintermonate zu Schäden im Grünland durch Schwarzwild gekommen, zählt auch die Instandsetzung dieser Flächen zu den Revierarbeiten im Mai. Bei geringfügigen Verletzungen der Grasnarbe reicht es eine Nachsaatmischung auszubringen und die Fläche durch Walzen rückzuverdichten. (mit KI)